Galerie Katharina Krohn Basel

Ausstellungsrundgang


«Neue Arbeiten»

Matthias Lutzeyer
Andrea Schomburg

1. September - 7. Oktober 2006
Matthias Lutzeyer
Andrea Schomburg


In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie Katharina Krohn zwei junge Künstler aus Deutschland. Zum einen Andrea Schomburg, die in Berlin lebt und arbeitet; zum andern Matthias Lutzeyer aus Stuttgart. Gemein ist beiden Künstlern die formale Reduktion bis hin zur monochromen Malerei sowie der sich daraus fast zwangsläufig ergebende intensive Umgang mit der Farbe an und für sich.

Matthias Lutzeyers Material, mit dem er seine Bilder, beziehungsweise Bildobjekte schafft, ist die Farbe an sich. Seine Bilder sind monochrom; dabei dominieren ein leuchtendes Blau und archaisches Schwarz. Doch der Betrachter scheint sich dieser bewussten Reduktion auf den ersten Blick gar nicht gewahr zu werden. Durch den plastischen Farbauftrag entstehen eigentliche Mikrokosmen, die das geradlinige Bildformat zu ignorieren scheinen. Daraus ables- und spürbar ist die unglaubliche Dynamik, mit der Lutzeyer seine Bilder gestaltet und bearbeitet, um nicht zu sagen, maltraitiert. Gräben, Aufwerfungen und Flächen erinnern an von Lavaströmen überzogene Landschaften. Man taucht darin ein und entdeckt die durch Licht und Schatten kreierten Farbabstufungen. Die Bilder wirken stoisch beruhigend, doch gleichzeitig kraftvoll, keineswegs langweilig.

Dass weniger oft mehr ist, beweisen die Bilder von Andrea Schomburg. Sie reduziert sich sehr bewusst in der Anwendung von Farbe. Monochrom oder spannungsvolle, paarweise Farbkompositionen prägen ihre Arbeiten. Ebenso konsequent reduziert sie sich in ihren formalen Aussagen. Monochrome Bildformate, parallele oder sich kreuzende Steifen und Rechtecke; das ist die Formensprache, der sich Schomburg bedient. Hintergrund und Motiv stehen in einem spannungsvollen Wechselspiel. Raffinierte Lackeffekte faszinieren den Betrachter. Die daraus resultierenden Reflektionen beziehen auf eine subtile Weise den Raum mit ein. Das verlangt aber eine ebenso subtile Betrachtungsweise. Durch matte und glänzende Bandkreuzungen entstehen eigentliche dreidimensionale Geflechte, die sich aber verblüffenderweise lediglich auf der Bildfläche abspielen. Spannend dabei auch der strukturierte Farbauftrag, wo die Malspuren deutlich zu erkennen sind. Bei Schomburgs reduziert gehaltenen Kompositionen wird sogar das Bildformat bewusst eingesetzt; Zufälligkeiten werden konsequent ausgeschlossen.

Wahrscheinlich sind es gerade diese Reduktion und die so bewusst eingesetzten Mittel, die bei beiden Künstlern ein intensives Betrachten und Sich-Auseinandersetzen provozieren. Es sind nicht die schreierischen Motive, die man schnell erfasst und auch wieder schnell vergisst. Es ist eine subtile Auseinandersetzung mit Form, Farbe und Material, die unsere Fantasie anregt und der eine lang andauernde Nachhaltigkeit zueigen ist.